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Lift e.V. (Internationales Förderprojekt 2015 in Indien / Mädchenheim in Anugraha)

Unser internationales Förderprojekt im Jahr 2015 unterstützt LIFT e.V., einen Verein, der von der langjährigen Indien-Korrespondentin Frau Dr. Gabriele Venzky gegründet wurde. Sie setzt sich seit vielen Jahren für eine bessere Zukunft indischer Mädchen aus ärmsten Verhältnissen ein und arbeitet mit der "Society of the Helpers of Mary" zusammen, die 1942 von der deutschen Ordensschwester Anna Huberta Roggendorf gegründet wurde. Heute sind alle 350 Schwestern Inderinnen, die überkonfessionell arbeiten und 4.200 Mädchen in ihren Heimen die Chance auf eine bessere Zukunft bieten. Sie erhalten nicht nur Bildung, sondern werden auch über ihre Rechte als Frau aufgeklärt und lernen als Bürgerin diese Rechte selbstbewusst durchzusetzen und sich nicht weiter mit ihrem diskriminierten Status abzufinden.

Obwohl Indien einerseits ein Wirtschaftswunderland ist, bleibt andererseits eine bedrückende Armut, die insbesondere und am allerhärtesten die Mädchen und Frauen trifft. Sie werden unterdrückt, schon als Kinder zum Arbeiten gezwungen und ausgebeutet. Sie sind vielfältiger, auch sexueller, Gewalt ausgesetzt. In den ländlichen Gebieten haben sie keine Chance auf schulische Bildung oder gar Ausbildung. Aber nur durch Bildung können sie es schaffen, aus diesem Elend auszubrechen. Außerdem führt Mädchenbildung generell zu gesellschaftlichen Veränderungen: wenn die Mädchen nach Beendigung ihrer Schulzeit wieder in ihre Dörfer zurückkehren, sind sie oft die einzigen, die lesen und schreiben können. Das erhöht ihren Status und sie übernehmen beispielsweise Funktionen oder Ämter und sorgen dafür, dass weniger Mädchen gleich nach der Geburt umgebracht werden. Dies kommt der ganzen Gesellschaft zugute und treibt den dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel in Indien voran.

Auf diesem Hintergrund finanziert Lift e.V. mehrere Mädchenheime, den Lebensunterhalt, die Schulgebäude, Schulbücher, das Schulgeld und zusätzliche Lehrkräfte für Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften. Außerdem wird in die Gebäude investiert, um die Heime unabhängiger zu machen.

Auf Vorschlag von Frau Dr. Venzky finanzieren wir deshalb zunächst einen Brunnen in Anugraha, wo es immer wieder ernste Probleme durch eine schlecht funktionierende Wasserversorgung gibt. 

Im Jahr 2015 haben wir LIFT e.V. geholfen, ein weiteres Mädchenheim der Helpers of Mary in Premanjali, einem Vorort der südindischen Stadt Mysore zum Laufen zu bringen. Das neue Heim hat Platz für 30 Mädchen und ist nicht weit entfernt von einem der besseren Colleges des Landes. Talentierte Mädchen aus den ländlichen Heimen Anugraha – wo wir bereits einen Brunnen finanziert haben - und anderen Stationen der Helpers of Mary in Südindien können sich nach dem Schulabschluss für einen Platz in Premanjali bewerben. Dort werden besonders begabte Mädchen in der Obhut der Marys untergebracht, um nach der 10. Klasse ein Junior College bis zum Abitur zu besuchen und danach ein College-Studium beginnen zu können. Das war bisher ein großes Problem, weil Eltern ihre Töchter nicht unbewacht in eine fremde Stadt schicken wollten – aus Angst, sie könnten Opfer einer Vergewaltigung werden, eines fast alltäglichen Verbrechens in Indien.

Von unserer Spende über 4026 Euro wurde das noch nahzu unmöblierte Mädchenheim komplett mit Betten, Spinden, rischen und Stühlen ausgestattet. Die Mädchen können nun ihre kleine, bescheidene Habe sicher vor diversem indischem Getier in Metallschränken unterbringen, und sie müssen nicht mehr auf dem blanken Fußboden leben. Im gleichen Mädchenheim haben wir im Jahr 2016 mit einer Spende von ca. 4.500,— € eine neue Solarthermieanlage mit einem entsprechenden Tank finanziert. Das soll die Mädchen unabhängig von der unzuverlässigen Stromversorgung in Indien machen. Seit Februar 2016 können sie sich deshalb darauf verlassen, dass immer warmes Wasser aus der Leitung kommt, was imheißen Klima Südindiens besonders wichtig für die Körperhygiene und das Wäschewaschen ist.

Wir hoffen mit LIFT e.V., dass das Mädchenheim in Mysore eine kleine Elite-Schmiede wird. Denn gebildete Mädchen sind die beste und billigste Waffe gegen Armut, Intoleranz und die zunehmende Gewalt. Sie sind es, das zeigen alle entwicklungspolitischen Studien, die am erfolgreichsten ihre Umwelt verändern, stabilere Gesellschaften schaffen und selbstbestimmt dafür sorgen, dass weniger Kinder geboren werden. Bildung und Wissen von Mädchen und Frauen schaffen nicht zuletzt die Voraussetzungen für jenen Wandel, der es Menschen ermöglicht, in ihrer Heimat zu bleiben.